Matthaus 28,18-20; Lukas 11,49, Johannes 14,3.18-20; Johannes 17,6-24.
Alles was der HErr Jesus am Anfang Seiner Kirche geschenkt hat, hat Er für die ganze Zeit des neuen Bundes - die Gnadenzeit - gegeben.
So war es auch während des alten Bundes. Die Gebote und Satzungen, welche Gott Seinem Volk durch Mose gab, galten für die ganze Dauer des alten Bundes Dies galt auch für das levitische Priestertum und niemand durfte die einst festgesetzte Ordnung äbandern.Dies gilt also auch für den neuen Bund.
Demnach darf keiner etwas verwerfen, was Christus anfangs Seiner Kirche geschenkt hat. Tut man dies doch, so verwirft man die Segnungen, welche der HErr durch Ämter und Gaben schenkt.
Unsere Frage lautet daher' "Besitzen wir die Ämter und Gaben, welche der HErr zu Anfang Seiner Kirche geschenkt hat.?"
Der Heiland hat, als Er noch auf Erden war, gefragt: "Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Clauben finden auf Erden.?" Lk,18: 8.
Der Heiland meinte den Glauben, der ganz im Einklang ist mit der Heiligen Schrift. Wir müssen fragen: "Wie glaubte die erste Kirche? Was besaß diese Kirche.? Wird der Heiland bei Seiner Wiederkunft auf Erden den Glauben finden, wie er anfangs war ?"
Daß der HErr Jesus diese Frage stellt, zeigt, daß der wahre Glaube bei verhältnismäßig wenigen Leuten gefunden wird. Wenn der HErr wiederkommt, wilt Er Seine Kirche finden, wie Er diese am Anfang eingerichtet hat. Wir dürfen der Lehre der Schrift nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.
Die Apostel müssen die Kirche verwalten und weil dies nicht von toten Aposteln getan werden kann, muß es lebendige geben. Diese und die anderen Diener müssen immer wachsam sein über die Kirche, damit sie unversehrt bewahrt bleibt bis zur Wiederkunft Christi, die in Herrlichkeit stattfinden wird. "Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet." Lk.12:37.
Mt. 28,18-20: In diesen Versen lesen wir, daß Christus Seinen elf Aposteln den Auftrag erteilte alle Völker zu lehren, die Glaubigen zu taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und die Getäuften zu lehren alles zu halten, was der HErr befohlen hat.
Mit diesem Auftrag verbindet der Herr die Verheißung, daß Er bei Seinen Apostel sein würde bis an der Welt Ende.
Elf Apostel, wenn auch noch so fleißig, können niemals alle Völker lehren. Die Predigt des Evangeliums mußte in einer bestimmten Reihenfolge geschehen: Zuerst in Jerusalem und Samaria, danach in anderen Gegenden, sogar in den weit entfernsten Ländern. Apg.1:8.
Der Auftrag, den der HErr Jesus kurz vor Seiner Himmelfahrt Seinen elf Apostel gab, galt nicht nur ihnen, sondern allen, die nach ihnen zur apostolischen Tätigkeit berufen worden sind. Bis an der Welt Ende wollte Er Apostel geben und immer würde Er bei ihnen sein und bei Seiner Kirche bis zu seinem Kommen in Herrlichkeit.
Laut Mt. 25.1 wird das Himmelreich DANN zehn Jungfrauen gleich sein, welche mit ihren Lampen dem Bräutigam--Christus--entgegengehen werden. Die Lampen von fünf Jungfrauen gingen dem Gleichnis nach aus, weshalb diese. töricht genannt, zu den fünf anderen, den klugen Jungfrauen, sagten: "Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen"--Öl ist das Bild des Heiligen Geistes, und mangels Öl des Heiligen Geistes gingen die Lampen aus. Die klugen Jungfrauen verwiesen die törichten an die Krämer--Bild der Apostel, durch die der HErr den Heiligen Geist innewohnend schenkt samt dessen Gaben.
Wenn also fünf kluge Jungfrauen bei der Wiederkunft des HErrn gefunden werden sollen, so muß also auch das Apostelamt zugegen sein, aus dem die klugen Heiligen Geistes empfangen haben.
Lukas 11:49: Hier lesen wir: "Ich will Propheeten und Apostel zu ihnen sendnen."
Hier werden keine alttestamentlichen Propheten gemeint. Diese waren ja bereits gesandt worden. Als der HErr dies sagte, hatte Er gleichfalls bereits Seine Apostel --die Zwölfe-- erkoren.
Nach Seiner Himmelfahrt wollte der HErr auch Propheten senden, durch deren Mund Er wiederum Apostel senden wollte. Dies lesen wir in Apg.13:1,2. Der HErr ist der Prophet der Propheten, durch den Sein Wille offen bart wird.
"Ich will Propheten und Apostel senden!"
Wieviele Propheten und Apostel ? Das hat der HErr nicht vorhergesagt! Diese Zahl ist nur beim HErrn bekannt. Der Herr wilt Seiner ganzen Kirche Apostel und Propheten geben, von dieser Kirche war die Kirche des Anfangs nur ein Teil.
Das Apostel- und Prophetenamt ist für die Kirche unerlaßlich, denn durch das Apostelamt kommt der Heilige Geist in den Menschen und durch die Propheten kommt der Heilige Geist sprechend zum Menschen.
Wie wir wissen, bildet die Gemeinde den Leib Christi, der ihr Haupt ist. Von diesem Leib ist das Apostelamt der rechte Arm; das Prophetenamt der linke Arm; das Evangelistenamt das rechte Bein; und das Hirtenamt das linke.
Wenn nun der HErr bestimmt hat, daß der Leib, d.h. die Gemeinde, auf Erden bleiben wird bis Er wiederkommt, so ist es selbstverständlich, daß dieser Leib auch alle seine Glieder behalten muß.
In Eph. 4:11-13 lehrt und der Apostel Paulus, daß der HErr etliche gegeben hat: "zu Apostel. Propheten, Evangelisten und Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Dienstes, dadurch der Leib erbaut werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein volkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi."
Auf die Frage, ob wir die vier Ämter brauchen, gibt uns demnach diese Stelle die Antwort, daß wir diese brauchen bis wir zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohne Gottes gekommen sind und wir im Maße des vollkommenen Alters Christi sind.
Solange wir diese Vollkommenheit, welche Paulus hier andeutet, nicht haben - keiner wird es wagen zu behaupten, wir hätten diese bereits - brauchen wir also Ämter.
Johannes 14.3.18-20: Der HErr Jesus sagt hier daß Er--wenn Er für Seine Apostel die Stätte bereitet haben werde--wiederkommen werde, sie zu sich zu nehmen.
Diese Worte des HErrn Jesu gatten nicht nur den damals lebenden Apostel, sondern dem Apostolat, d.h., daß das apostolische Amt von lebendigen Männern bekleidet werden wird, bis der HErr persönlich wiederkommen wird. Aber diese Worte gelten auch allen, die durch Apostel an den HErrn glauben würden. Joh.17:20.
Denn wir können uns schwerlich vorstellen, daß der HErr so viele Jahrhunderte braucht um für die damaligen Apostel eine Statte zu bereiten.
Diese Worte müssen daher die Kirche Christi im allgemeinen betreffen und bedeuten, daß wenn alle nach der Gnadenwahl zur Braut gehören werden, alle Stätten bereitet sein werden, dann der Heiland als Bräutigam wiederkommen wird.
Für den HErrn ist alles, was in der Zukunft geschehen wird so, als ob es Gegenwart ware. Die Heilige Schrift gibt uns Beispiele davon.
Als der König David mit der königlichen Würde bekleidet wurde, sprach Gott zu ihm als Besitzer der Königswürde. Viele der Worte, welche Gott zu ihm sprach, gatten nicht nur ihm, sondern ebensosehr allen Königen Judas, die aus seinem Geschlecht hervorkommen sollten; ja gatten dem König aller Könige, Jesum Christum.
In der gleichen Weise sah der HErr Jesus nicht nur die zwölf Männer, die mit dem Apostelamt bekleidet worden waren, sondern mit ihnen ebenfalls alle Apostel, die Er noch senden sollte.
Der HErr Jesus hat den Seinen verheißen, daß Er sie nicht Walsen lassen, sondern daß Er wiederkommen würde.
Der HErr ist nicht leiblich wiedergekommen--das wird in Zukunft geschehen--,sondern Er hat Seinen Heiligen Geist und Seine Gaben Seinen Aposteln gegeben und durch sie denen, die an Sein Werk glauben.
Durch das Apostelamt und das Priestertum gibt Er Seinem Volk väterliche und ütterliche Fürsorge.
Der himmlische Vater hat sich einst durch Christum den Menschen offenbart. Nach der Himmelfahrt Christi offenbaren der Vater und der Sohn sich denen, die die Gebote Gottes bewahren. Joh.14:21.
Durch diese Offenbarungen empfinden wir, daß Gott nicht weit von uns, sondern uns nahe ist.
Anfangs hat Gott den Frühregen des Heiligen Geistes gegeben durch den Dienst Seiner Apostel. In der letzten Zeit hat Er den Spatregen des Heiligen Geistes gegeben.
Deshalb hat Er wiederum Apostel gesandt, durch deren Handauflegung Gott den Heiligen Geist und Seine Gaben schenkt.
Diejenigen, die keine wahren Apostel haben, können auch den Spätregen des Heiligen Geistes nicht empfangen .In Joh.17 betet Christus für Seine Apostel und für alle, die durch ihr Wort an Ihn glauben werden. Die Welt würde ihnen gegenüber feindselig stehen, aber Christus hat gebetet, daß der Vater die Apostel nicht aus der Welt wegnehmen, sondern diese bewahren würde vor dem Übel.
Zwar hat es viele Jahrhunderte keine Apostel auf Erden gegeben, aber schließ hat der HErrgott sie wieder in die Welt gesandt, um Seine Auserwahlten zu versammeln.
Dieses Aussenden der Apostel in der letzten Zeit wird uns in prophetischer Sprache beschrieben in Offb. 16,12: "Und der sechste Engel goß aus seine Schale auf den Großen Wasserstrom Euphrat, und das Wasser vertrocknete, auf daß bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang deer Sonne."
Dieser Fluß versinnbildlicht das Hirten- und Lehramt, das die allgemeine christliche Kirche besitzt.
Bei den verschiedenen christlichen Lehrern gibt es Mangel an der wahren apostolischen Lehre, wie wir diese in der Bibel finden.
Im vorigen Jahrhundert gab es manche Gläubige, die sich geistlich arm fühlten.Sie beteten um die Ausgießung des Heiligen Geistes, Gott hat schließlich die vielen, vielen Gebete erhört. Die Könige, die vom Aufgang der Sonne--Christus--gekommen sind, sind die Apostel, welche Christus in der letzten Zeit gesandt hat.
Als Christus auf Erden war, wurde Er von den führenden Personen Israels nicht als der verheißene Messias angenommen. Sie beriefen sich auf Mose.
Die Apostel, welche der HErr jetzt gesandt hat, werden von den verschiedenen Lehrern der allgemeinen christlichen Kirchen nicht angenommen; man sagt aber wohl, daß man an die Sendung Christi glaubt und an Seine in der Heiligen Schrift genannten Apostel.
Ihre Zeitgenossen verwarfen sie jedoch größenteils, und die meisten von ihnen sind wahrscheinlich getötet worden.
Wir müssen aber nicht nur an das glauben, was der HErr anfangs, sondern auch an das, was Er in der letzten Zeit gegeben hat.
In Offb.2:2 lobt der HErr die Gemeinde zu Ephesus, "..und hast versucht die, so da sagen, sie sein Apostel, und sind's nicht."
Zweifelsohne waren die zwölf Apostel der Gemeinde zu Ephesus bekannt. Wären die Mitglieder der dortigen Gemeinde der Ansicht gewesen, es konnte Diemals mehr als insgesamt zwolf Apostel geben, welche der HErr gesandt hat, dann hatten sie auch nicht diejenigen, die sich Apostel nannten, versuchen müssen.
Sie hatten dann unmittelbar, also ohne Untersuchung, sagen können:"Ihr, die ihr euch für Apostel ausgebt, gehört nicht zu den Zwölfen, und seid demnach Betrüger!"
Also auch diese Bibelstelle ist ein Beweis, daß die Zahl der Apostel sich nicht auf zwölf begrenzt hat.
Die Seelen derjenigen, die gestorben sind, befinden sich Nicht im Himmel, wo Gott thront, oder in der Hölle--Gehenna--, sondern im Hades. Lk.16:23; Apg.2:27; 1.Kor.15:55; Offb.1:18,dem Totenreich, wo es mehrere Teile gibt, Abteilungen und zwar:
| Paradies | Lukas 23:43; 2 Korinthe 12:4; Offb.2:7 | |
| Unter dem Altar | Offb. 6:9-11; | |
| Abrahams Schoß | Lukas 16:23; | |
| Gehenna | Mt.5:29,30; 10:28; 23:15; Mk.9:43.45; Lukas 12:5; | |
| Tartarus-Abgrund--. | 2 Petr. 2:4; Mt. 25:41; | |
Die Übersetzer des neuen Testamentes haben bei der Übersetzung der griechischen Wörter: "Hades", "Gehenna" und "Tartarus". keinen Unterschied gemacht, sondern alle diese Wörter mit "Hölle" übersetzt.
Auch das im alten Testament vorkommende Wort "Scheol", muß nicht "Hölle" heißen, sonder "Totenreich."
Unser Heiland ist nach Seinem Kreuzestod nicht in den Himmel, sondern in den Hades gegangen.
Von diesem Aufenthaltsort im Totenreich hat David laut Psalm 16:10 geweissagt:"Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese." Ebenfalls Apg. 2:27 und 13:34-37.
Daß der Heiland damals nicht in den Himmel gegangen war, hat Er selbst Maria Magdalena gegenüber bezeugt, das lesen wir in Joh. 20:17: "Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre aber auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu euhrem Gott."
Vor Seinem Kreuzestod hatte der Heiland geweissagt, daß Er drei Tage und drei Nachte im Herzen der Erde sein würde, welches Ereignis vorher abgebildet war durch des Propheten Jonas Verbleib während drei Tage und drei Nachte im Leib des Fisches.
In Eph. 4, 9 lesen wir, daß der HErr Jesus vor Seiner Himmelfahrt hinuntergefahren ist in die untersten Örter der Erde.
In Philipper 2:10 steht: "daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind."
Unter der Erde sind die Seelen der Menschen, die einst auf Erden gelebt haben. Alle Menschen, Gläubige und Unglaubige, gehen wenn sie sterben nicht in den Himmel oder in die Hölle, sondern in das Totenreich.
Da bleiben sie, bis sie den Auferstehungsleib empfangen werden.Das Paradies ist vom Heiland geöffnet worden, als Er nach Seinem Kreuzestod ins Totenreich ging.
Dem bußfertigen Mörder, der zugleich mit dem HErrn gekreuzigt worden war, wurde Zutritt zum Paradies verliehen.
Das Paradies ist also ein herrlicher Ort im Totenreich und wird zweiter Himmel genannt.
In 2 Kor 12:1-4 lesen wir, daß der Apostel Paulus entzückt worden war in das Paradies, wo er unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann, hörte. Zur gleichen Zeit war er entzückt worden bis in den dritten Himmel, wo Gott auf Seinem ewigen Thron sitzt. Es ist dem Apostel Paulus also vergönnt worden, einen Bliek zu werfen sowohl in den dritten Himmel wie auch in den zweiten Himmel--Paradies ist der zweite Himmel.
Wie es dort ist, bleibt für uns, die auf Erden leben, eine Verborgenheit. Auch diejenigen, die von den Toten aufgeweckt worden sind, haben uns kein Schrifttum hinterlassen, bezüglich des Lebens nach diesem Leben. Das, was Gott für uns verborgen halt müssen wir nicht zu entschleiern versuchen wie es die Spiritisten tun.
Laut 5.Mose 18:11 hat uns der HErr verboten Tote aufzurufen.
In Lukas 16.19-31 lesen wir, daß3 der HErr Jesus von einem Manne spricht, der jeden Tag fröhlich und prachtvoll lebte, aber sich nicht um einen armen Bettler kümmerte. der vor seiner Tür lag, voller Schwären--offene, eitrige Geschwüre.
Der Bettler, der Lazarus hieß, starb und er wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Dieser Abraham war ein gläubiger und gottesfürchtiger Mann, der nach dem himmlischen Vaterland ausschaute und dessen Hoffnung auf den kommenden Messias gerichtet war.
Auch Lazarus war ein gottesfürchtiger Mann, weshalb er nach seinem Tod an einem Ort im Totenreich kam, wo sich die gottesfürchtigen Seelen befanden, die, wie Abraham, nach dem Kommen des verheißenen Erlöser ausschauten. Als er in Abrahams Schoß ruhte---Schoß heißt hier die Verheißung, welche Gott Abraham und dessen Nachkommen gegeben hatte--, wurde Lazarus getröstet.
Lazarus kam nicht dorthin, weil er arm war, sondern weil er gottesfürchtig war und in seiner Armut und Krankheit immer nach Gott ausschaute, der das Gute belohnt und das übel bestraft.
Der reiche Mann kam nicht seines Reichtums wegen an den Ort der Qual und der Peinigung, sondern weit er ungläubig war und keine Mildtätigkeit bewies, sondern hartherzig war.
In diesem Gleichnis--oder hat es sich wirklich ereignet?--hören wir die Toten sprechen, so daß ein Zipfelchen des Schleiers, der über dem Totenreich hangt, gelüftet wird.
Vom reichen Mann sagt der HErr, daß er nach seinem Tode die Augen auflob in der Hölle. Hölle heißt hier Totenreich oder Hades. Obwohl noch niemand in die Hölle geht, kommt man wohl an einen Ort der Qual, wenn man in seinem Unglauben stirbt.
Aus dem, was der HErr Jesus gesagt hat bezüglich des reichen Mannes und des armen Lazarus, geht hervor, daß die Toten sich erkennen im Totenreich und miteinander sprechen können.
Beim gestorbenen reichen Mann entdecken wir keine Bußfertigkeit. Anstelle daß er sagt: "Es ist meine eigene Schuld, daß ich hierher kam, denn ich habe Mose und den Propheten nicht geglaubt", will er, daß Abraham einen aus den Toten zu seinen funf Brüdern sendet.
In Jesaja 57: 2 steht: "Und die richtig vor sich Gewandelt habn, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern".
Die Gerechten unter dem alten Bunde konnten in der Hoffnung sterben, daß sie Frieden erfahren würden im Totenreich. Ihre Seele würde Ruhe genießen mit der frohen Aussicht, daß einst der Messias kommen würde, der Erlöser aus Sünde und Tod.
Die Menschen legen sich, wenn die Nacht kommt, in ihr Bett, damit sie sich von ihrer Ermüdung ausruhen können So genießen die Gerechten, wenn die Todesnacht für sie anbricht, Ruhe im Totenreich, wo Gott ihnen durch Seinen Geist nahe ist.
Die Ungerechten jedoch haben keine Seelenruhe nach dem Tode.
Der Friede, den die Gottlosen haben, die noch auf Erden leben, ist ein Scheinfriede, denn sie kennen und dienen dem Gott des Friedens nicht.
Wenn der Mensch stirbt, entfallt ihm alles außer Glaube und Liebe zu Gott, wenn er gottesfürchtig ist.
Bei seinem Tod nimmt der Ungläubige seine Lust zum Irdischen und seine Abscheu mit gegenüber Gott und dessen Dienst.
Diese Lust kann nach dem Tod nicht befriedigt werden. Die Welt laßt ihre Liebhaber nach dem Tode im Stich.
Durch das Verdienst Christi genießen die Liebhaber Gottes, die gestorben sind, noch viel mehr Ruhe und Seligkeit als vor dem Kommen Christi der Fall war.
Dennoch gibt es im Paradies keine vollkommene Ruhe und Seligkeit. Diese werden erst kommen, wenn die Gerechten ihren Auferstehungsleib empfangen werden, verherrlicht werden und dann in den dritten Himmel, wo Gott wohnt, kommen werden.
Daß es bei den Toten keine vollkommene Ruhe gibt, beweist Offb. 6:9-10.
Dort lesen wir: "Und da es--das Lamm--das fünfte Siegel auftat, sah ich unter dem Altar die Seelen derer die erwürgt waren um des Wortes Gottes willen und- um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie schrien mit großer Stimme und sprachen: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächest unser Blut an denen die auf der Erde wohnen.?"
In die Gehenna werden dereinst die Verdammten kommen. Der Tartarus ist der Aufenthaltsort der Teufel.