Die Lehre der Bibel 10.

Lektionen 21 und 22:

21:

VERSIEGELT SEIN:

Dem Zeugnis Johannes des Taufers zufolge würde Christus mit Feuer und dem Heiligen Geist taufen, Außer der Wassertaufe, als Bad der Wiedergeburt zu Kindern Gottes, wollte der Vater durch Christum also auch eine Taufe mit Feuer und dem Helligen Geist verrichten, zu einer Befestigung oder Versiegelung, wie Paulus schreibt in 2,Kor.1:21-22.

In Hebr. 6,2 ist die Rede--die Ludwig Albrecht-übersetzung übersetzt hier richtig-- von der Belehrung über Taufen--Mehrzahl.

In der ersten Kirche Christi gab es also außer der Wassertaufe auch noch die Taufe mit Feuer und dem Helligen Geist.

Gleich wie Jesus die Wassertaufe durch menschliche Hände verrichtete, so teilte Er ebenfalls durch menschliches Handauflegen den Helligen Geist und dessen Gaben Seinen Glaubigen mit.

"Gott ist's aber,der uns gesalbt."

Wir lesen in 2.Mose 29, daß Gott Mose den Befehl erteilte, Aaron--und dessen Söhne-- zum Priestertum zu salben. Zu diesem Zweck mußte er Salböl nehmen und auf Aarons Haupt schütten, Vers 7.

Ferner lesen wir z.B. über David, daß er vom Propheten Samuel zum König Israels gesalbt wurde. l.Sam 16,13.

So müssen wir durch das Empfangen der Heiligen Versiegelung gesalbt werden. um einst König und Priester zu sein.

Durch die Heilige Versiegelung haben wir das Pfand--die Gewißheit--, daß wir Miterben Christi sind.Wer Überwindet, der wird alles ererben, wird Mitregierer mit Christum sein, wird die volle Herrlichkeit empfangen.

In Ephesus gab es Menschen, die das Wort der Wahrheit, das Evangelium ihrer Seligkeit, das Paulus und andere geredet hatten, hörten und annahmen.

Nachdem sie den Glauben an Christum angenommen hatten, waren sie getauft worden in Gottes dreimalheiligen Namen. Sodann erhielten sie durch Handauflegung die Heilige Versiegelung zu einem Pfand, daß sie dereinst das himmlische Erbe erhalten werden, Eph.1,13-14, wodurch sie eine vollkommene Erlösung empfangen werden zum Lob und Preis der Herrlichkeit Christi, dessen Eigentum sie geworden waren.

Die Versiegelten, die treu bleiben, werden die höchste Glückseligkeit erfahren, eine Glückseligkeit, die die in Herrlichkeit lebenden Engel gelüstet zu schauen, Sie sind in Hoffnung selig, aber einst werden die treuen Versiegelten sitzen auf dem Stuhle Christi, wodurch sie also das größere Erbe empfangen werden.

Dem gegenüber fordert der HErrgott von den Versiegelten jedoch, daß sie in jeder Hinsicht möglichst weitgehend ihrer Berufung entsprechen, Ihm mit Herz und Seele angehören.

Über das Pfand, das ihnen anvertraut worden ist, sollen sie wachen; ihre Berufung und Auserwahlung sollen sie befestigen.

Sie sollen in der Erkenntnis Gottes aufwachsen, zunehmen im geistlichen Gedeihen, so wie der Heiligung und der Gerechtigkeit nachjagen.

Sie sollen lernen, wie sie mit den geistlichen Waffen umgehen müssen; denn der Satan lauert am meisten auf die Versiegelten und er wendet allerlei Mittel an, damit er bewirken kann, daß sie das Pfand Gottes verlieren und törichte Jungfrauen werden.

Deshalb ist es notwendig, daß sie sich geistlich stark machen und den ganzen Harnisch--Rüstung--Gottes anziehen, denn sie kämpfen nicht mit Fleisch und Blut, sondern ihr Streit ist geistlich, und diesen Streit müssen sie mit den Waffen des Lichtes führen.

Wenn sie so streiten, werden sie überwinden, denn Christus streitet mit ihnen und für sie.

Er ist ja mit Seiner Kirche bis an der Welt Ende.

Als Paulus sich noch in unbekehrtem Zustand befand, stritt er gegen die Nachfolger Christi. Dieser Streit war ein ungerechter. Nach seiner Bekehrung zu Christum stritt er den gerechten Kampf und er glaubte, daß er dadurch die unverwesliche Krone empfangen werde.

Eph. 4,30 lautet: "Und bettrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelnt seid auf den Tag der Erlösung".

Der Tag der Erlösung ist der Tag, an dem der himmlische Bräutigam --Christus--in Herrlichkeit kommt, um Seine Brautgemeinde in die Herrlichkeit zu bringen.

Wodurch können wir den Heiligen Geist betrüben?

Das können wir dadurch tun, indem wir uns durch allerlei weltliche Dinge von Gott abziehen lassen. Wir dürfen nicht mit dem Geist dieser Welt erfüllt sein, mit dem Geist der Lauheit, sondern wir müssen den Geist Gottes immer auf uns einwirken lassen.

Wir müssen immer versuchen, unserer himmlischen Berufung zu entsprechen- Wir, die wir den Weg wissen, müssen auf diesem auch gehen.

Immer müssen wir das Verkehrte bekämpfen, damit der Böse uns nicht überwältigen kann und der Heilige Geist nicht von uns weicht.

Wir müssen nach dem ewigen Leben greifen, denn auch wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben, bleibt für uns dennoch das Wort Christi gültig: "Ringet daranch, daß ihr eingehet!"

Wir müssen immer nach dem vorgesteckten Ziel jagen---nach dem Kleinod, welches vorhalt die himmlische Berufung in Christo Jesu.

Wenn wir dies alles tun, werden wir den Heiligen Geist nicht betrüben, sondern werden das Feuer des Heiligen Geistes in uns anfachen. Als das finstere Mittelalter vorüber war, hat der HErrgott durch die vier Reformatoren und andere wieder das Licht des Evangeliums leuchten lassen.

Leider hat die Reformation nicht ganz und gar ihrem Zweck entsprochen. Man gab sich mit der wiedergewonnenen Bibel zufrieden, aber man kam nicht zur Erkenntnis, daß man nicht alles besaß, was die Kirche Christi anfangs hatte. Man kehrte zurück zum Zustand der Kirche im zweiten Jahrhundert bis zur Entstehung des Papsttums.

Man hatte zurückkehren sollen zum ursprünglichen Zustand des ersten Jahrhunderts, als die Apostel noch lebten.

Deshalb war es notwendig, daß der HErr Manner in Seinen Dienst einsetzte, die die Christenheit auf diesen Mangel in der christlichen Kirche hinweisen würden, was seit 1830 auch geschehen ist.

Vor jener Zeit hatten viele Katastrophen Europa getroffen.

Die franzosische Revolution und die Kriege, die Napoleon führte, hatten viele Christen aus dem Schlaf geweekt, dem geistigen Schlaf und mancher fragte sich, was aus alledem werden würde und in welcher Zeit man lebte.

Hierauf gab es eine Zeit politische Ruhe, und weshalb die war ---Offb.7,3.---.Die Erde ist das Bild gesellschaftlicher und kirchlicher Ordnungen. Das Meer ist das Bild der Völker, und hier christlicher Völker, die in Europa wohnten.

Bäume typisieren Hochgestellte in Staat und Kirche, also Könige und Kirchenfürsten. Laut der Erklärung der Offenbarung sind die Beschadigungsengel das Bild der kalvinistischen, lutherischen, römischen und griechischen Völker Europas mit ihren Staatskirchen und ihren Fürsten, die selbst die Urteile--Gerichte--über ihren Staat und ihre Kirche nicht nur verursachen, sondern auch vollziehen.

Hier befiehlt ihnen Gott, daß sie zeitweilig aufhören sollen, die Erde zu beschadigen; in andern Worten: die bestehenden gesellschaftlichen und kirchlichen Ordnungen umzuwälzen, und das Meer zu beschadigen; d.h. die Völker aufzuwiegeln: und die Bäume zu beschädigen, d.h. Könige und Kirchenfürsten von ihren Thronen zu jagen, bis daß des HErrn Werk sich Bahn gebrochen haben wird und der Heilige Geist der Kirche Christi zurückgegeben worden ist.

Nach dem Jahr 1830 hat Gott der HErr also durch Seine Apostel die Versiegelung zurückgegeben.

In Offb. 14,1-5 sehen wir die 144.000, die das Siegel Gottes an ihren Stirnen empfangen hatten nicht in ihrem niedrigen, sondern in ihrem verherrlichten Zustand.

Sie sind von allem Streit erlöst worden und sind mit ihrem HErrn und Heiland, der sie vor der Stunde der Versuchung bewahrt hat, die über den ganzen Erdkreis kommen wird---die große widerchristliche Trübsal---.

Denn wenn die Brautgemeinde aufgenommen sein wird, so werden die Winde losgelassen.

DANN WERDEN DIEJENIGEN DIE UNSER APOSTOLISCHES ZEUGNIS VERSPOTTET UND ABGELEHNT HABEN, SO WIE DIE TÖRICHTEN JUNGFRAUEN, EINEN SCHWEREN KAMPF ZU KAMPFEN HABEN.!

Dieses Gericht betreffs des Berges Zion ist nicht auf Erden, sondern im Himmel, wo die verherrlichten Versiegelten teilnehmen werden an der Hochzeit des Lammes, um sodann zur Erde zurückzukehren, um das Reich des Friedens auf Erden zu errichten; um Ordnung zu schaffen in der Unordnung und dann da mit Christum zu herrschen als Könige und Priester.

Von ihnen wird dann das Gesetz ausgehen, gleich wie vom alttestamentlichen Zion das Gesetz und des HErrn Wort ausging.

22:

DAS OPFER DER ZEHNTEN

Abraham ist der erste, von dem wir lesen, daß er Zehnten gab und zwar dem König von Salem--d.h.dem späteren Jerusalem--, Melchisedek genannt.

Dieser ist ein Typ des Sohnes Gottes, der ein ewiger Priester ist nach der Ordnung Melchisedeks.

Der Name Salem heißt: "Frieden", und der Name Melchisedek heißt: "Gerechtigkeit.".

In Hebr, 7:3 steht: ".... er ist aber verglichen dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit."

Hieraus geht also hervor, daß Melchisedek nicht der Sohn Gottes selber war, wie gewisse Leute meinen.

Während des alten Bundes mußten die Söhne Levis das Priestertum erfüllen, dieses Amt war in diesem Stamm erblich, so daß von diesem zeitweiligen Priesteramt nicht gesagt werden konnte: "ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens."

Die Heilige Schrift gibt keine nähren Einzelheiten über Melchisedek.

Sie erwähnt nichts über das Volk, dem er angehörte, sie bewahrt Stillschweigen über seine Geburt und seinen Tod.

Für den Leser der Heiligen Schrift ist er also jemand, der ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht usw.

Die Könige Kanaans waren Nachkommen Hams. Unter ihnen war Melchisedek, der ein Verehrer und Diener des wahren Gottes war.

Die jüdischen Erklärer des alten Testaments haben als ihre Meinung verkündigt, daß der König Salems der Patriarch Sem sei. Dieser lebte nun während der Zeit Abrahams. Zu dieser Erklärung kamen sie, weil sie meinten, Melchisedek könne nicht dem Geschlechte Hams, über das Noah den Fluch ausgesprochen hatte, angehören.

Wir müssen dennoch die Möglichkeit erwagen, daß Gott in Seiner Barmherzigkeit und Treue auch einen Überrest des alten patriarchaten Priestertums außerhalb des Geschlechtes Sems hat bewahren können; wie Er auch außerhalb des Volkes Israel einen Propheten hatte unter den Heiden in Mesopotamien und zwar Bileam.

Die Bedeutung der Namen Melchisedek und Salem weisen auf Christum hin, dessen Reich ein Königreich der Gerechtigkeit und des Friedens ist.

Durch Christi Verdienst wird auch einst diese Erde ein Heiligtum werden, so daß hier Friede und Gerechtigkeit herrschen werden.

Christus wird als Friedensfürst regieren. als König und Priester.

Es war eine sehr große Ausnahme, daß Melchisedek in sich die Würde eines Königs und eines Priesters vereinigte.

Übrigens ist nur Christus würdig, die Königs- und Priesterkrone zu tragen

Diejenigen, die zu den klugen Jungisauen gehören werden, werden im verherrlichten Zustand als Könige und Priester regieren.

Das uralte Priestertum, das vor der mosaischen Gesetzgebung bereits bestand, wurde im Sohn Gottes wieder lebendig, es offenbart sich in ihm vollkommen und besteht durch Christum ewig.

Nach einem schweren Kampf gegen feindliche Könige gab Abraham den Zehnten seiner Beute, hierdurch erkannte er Melchisedek als einen Diener des allerhöchsten Gottes an.

Abraham empfing von Melchisedek Brot und Wein, welche Gaben bereits auf das Heilige Abendmahl hinweisen, das von Christum eingesetzt wurde und wobei ebenfalls Brot und Wein Verwendung finden.

In 1.Mose 28,20-22 lesen wir, daß Jakob, der Enkel Abrahams, dem HErrn verspricht, Ihm den Zehnten von allem, was der HErr ihm geben würde, opfern werde. Auf welche Weise er dieses Versprechen erfüllt hat, darüber schweigt die Heilige Schrift.

Das Gesetz Moses verpflichtete das Volk Israel, den zehnten Teil seines Einkommens dem HErrgott zu opfern, der diesen Seinen Priester gab.

Wenn man dies tun würde, dann würde der HErrgott Segen vom Himmel herabkommen lassen; aber wenn man bezüglich des Zehntopfers untreu war, dann wollte der Herr nicht segnen.

Hierüber lesen wir in Sprüche 3,9-10: "Ehre den HErrn von deinem Gut und- von den Erstlingen all deines inkommens, so werden deine Scheunen voll werd-en und deine Kelter mit Most übergehen".

Diese Erstlinge des Einkommens waren für die Levitischen Priester, wie geschrieben steht in 4.Mose 18,21-24.

Die Erstlinge des Landes sind die besten Früchte. Der HErrgott fordert das Edelste und Beste für sich, und der HErrgott durfte dies von Seinem Volk verlangen, weil Er der Geber aller guten Gaben ist.

Israel opferte also dem HErrn den Zehnten, der den Gebrauch und die Verwaltung davon Seinen Priestern befohlen hatte.

Laut 3.Mose 27,30-34 ist der zehnte Teil der heilige Teil.

Aus Mal. 3,8-11 geht hervor, daß Israel nicht immer treu war im Geben der Zehnten.

Psalm 50,10 sagt: "Denn alle Tiere im Wald sind mein und das Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen."

Der HErrgott brauchte also nichts von Seinem Volke zu empfangen.

Er fragte jedoch nicht die Zehnten von Israel, weil Er diese für sich brauchte, sondern um Sein Volk auf die Probe zu stellen; denn Er weiß, daß der Mensch - einer mehr, der andere weniger - am irdischen Gut hangt.

Indem Israel die Zehnten opferte, konnte es Gehorsam, Treue und Dankbarkeit Gott gegenüber zeigen, denn Gott ist der Geber aller guten Gaben.

Der HErrgott versuchte durch Seinen Propheten Maleachi Sein Volk, das Er in Seiner großen Langmut getragen hatte, noch zum letzten Male zur Einkehr zu bringen, indem Er dem Volk Israel den Segen, aber auch den Fluch vor Augen stellte .

Wir haben also gesehen, daß wahrend des alten Bundes das Geben der Zehnten Gesetz war, und weit Gesetz und Propheten sind bis auf Christum. ist auch das Gesetz bezüglich der Zehnten außer Kraft.

GEBEN WIR ALSO HEUTE NOCH DIE ZEHNTEN, SO IST ES NICHT, WEIL DIES GESETZLICH VOM HERRN VORGESCHRIEBEN WORDEN IST, SONDERN AUS DEM GLAUBEN, GLEICH WIE ABRAHAM DIES TAT.

Laut Mt.10,9-10 hat der HErr Jesus gesprochen: "Ihr sollt nicht Gold noch Silber noch Erz in euren Gürteln haben, aber auch keine Tasche zur Wegfahrt, auch nicht zwei Rocke, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert".

In diesen Versen finden wir den Gedanken ausgedrückt, daß diejenigen. die vom HErrn berufen worden sind, geistliche Arbeit zu verrichten, unterhalten werden müssen von denjenigen, für die das geistliche Werk verrichtet wird.

Der Herr sagt hierdurch auch, daß Seine Diener immer bereitwlllige Herzen finden würden, damit sie zur rechten Zeit das erhalten würden, was sie für ihren täglichen Lebensunterhalt brauchen.

Wir dürfen hierbei nicht aus den Augen lassen, daß Christus der morgenländischen Gastfreundschaft Rechnung tragt.

Der HErr Jesus war Seinen Aposteln in dieser Hinsicht vorausgegangen, wie hervorgeht aus Lukas 8,13.

Aus Liebe für das, was der HErr den in diesen Versen genannten Frauen getan hatte, dienten sie Ihm von dem, was sie besaßen. Dadurch legten diese Frauen einen tätlichen Glauben an den Tag. Hatte der HErr Jesus es nötig, daß Er von den Menschen etwas empfangen müßte? Gewiß nicht!

Denn Er, der von fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen sättigen konnte, Mt.14,17, hatte auch die Macht, solches für sich zu tun.

Er wollte jedoch dem Menschen in allem gleich sein, und Er, der soviel für andere tat, konnte auch erwarten und fordern, daß man Ihm Handreichungen tat von irdischen Gütern.

In Apg. 4,33-35 lesen wir, daß die Besitzer von Äckern und Häusern ihre Habe verkauften und den Erlös zu der Apostel Füßen legten. Dies wurde den bedürftigen Brüdern und Schwestern gegeben, einem jeglichen, was ihm not war.

Wie übertrieben diese Taten auch waren, sie beweisen immerhin, daß sie alle Anhänglichkeit an irdische, natürliche Güter verloren hatten, nachdem sie die himmlischen, geistlichen Güter erhalten hatten. Wie lobenswert eine Gütergemeinschaft auch ist, es ist dennoch zweifelhaft, ob diese auf die Dauer erwünscht wäre. Denn bald würden verkehrte Elemente eindringen, die dann in billiger Weise ein Existenz hätten, und für die der Glaube völlig gleich wäre.

Es ist jedoch anders, wenn jeder den Zehnten opfern muß. Dadurch werden in der Regel der verkehrten Personen gewehrt und die guten gewonnen.

Das es unter denjenigen, die Hab und Gut verkauften, auch einige gab, die den Schein liebten, geht hervor aus dem ersten Teil des Kap.5 Apg.

Dort lesen wir, daß Ananias und Saphira einen Teil des Erlöses des von ihnen verkauften Landes für sich behielten und das übrige zu der Apostel Füßen legten: aber verschwiegen, daß das Geld nicht der Gesamterlös des Landes war. Wegen dieser Sünde erlitten sie eine furchtbare Strafe.

Daß man, als die Kirche Christi neu gegründet worden war, Hab und Gut verkaufte. kann auch erklärt werden aus dem Umstand, daß man die Wiederkunft Christi sehr bald erwartete.

Dieser Zustand der Gütergemeinschaft blieb nicht lange bestehen, wie aus den Briefen der Apostel hervorgeht. Später wählte man eine andere Lösung.

In 1.Kor.9: 7 hebt der Apostel Paulus hervor, daß diejenigen, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben werden, welches der HErr verordnet hat. Er stellte dies den Korinthern in natürlichen Dingen vor Augen: "Wer pflanzt einen Weinberg und ißt nicht von seiner Frucht.? Wer weidet eine Herde und- nährt sich nicht von der milch der Herde.?"

Ferner schreibt er, Vers 9-11: " Denn im Gesetz Moses steht geschrieben: "Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, der da drischt. Sorgt Gott für die Ochsen.? Oder sagt Er's nicht allerdings um unsretwillen.? Denn es ist ja um unsretwillen geschrieben.!Denn der da pflügtt, soll auch Hoffnung pflegen; und der da drischt, soll auf Hoffnung dreschen, daß er seiner Hoffnung teilhaftig werde. So wir auch das Geistliche sänen, ist's ein großes Ding, wenn wir euer Leibliches ernten.?"

Paulus war in den Weinberg des HErrn gesetzt, um ihn zu bearbeiten und deshalb hatte er auch das Recht von dessen Frucht zu essen. Er war gestellt, die Herde des HErrn zu weiden und hatte daher auch ein Anrecht auf die Milch der Herde. Paulus bediente das Priesteramt Melchisedeks, das vom HErrn anstelle des levitischen Priesteramtes gegeben worden war und er hatte also Anspruch auf die Zehnten derer, die durch die geistliche Geburt zu Kindern Abrahams gemacht worden waren.

Zehntopfer sind Früchte des Glaubens, die der HErr neben anderen Früchten fordert. Durch die Werke des Gesetzes wird keiner gerechtfertigt werden können, wohl aber durch die Werke des Glaubens. An der Frucht kennt man den Baum.

Der zehnte Teil ist der Gott geheiligte Teil, er wird von Gott gesegnet und diejenigen, die ihn opfern, werden ebenfalls gesegnet, wie Abraham vom König Melchisedek gesegnet wurde.

Der HErr hat zu Seinen Apostel gesagt: "Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt's auch." Mt.10,8.

Dieses Gebot wird durch das Opfern der Zehnten nicht kraftlos gemacht. Denn das Evangelium Christi kann nicht mit irdischen Gütern bezahlt werden, und alles, was der Mensch besitzt, hat er von Gott empfangen, der der milde Geber ist.

Christus, der sich für uns ganz gegeben hat, will von uns den Zehnten unseres Lebensunterhaltes empfangen. Dieser zehnte Teil gibt Christus Seinen Priestern. Diese sind Kriegsmanner Christi.

"Kein Kriegsmann ficht sich in Händel der Nahrung, auf daß er gefalle dem, der ihn angenommen hat," 2.Tim. 2,4.

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